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[In Peru gibt es] drei verschiedene Landschaften (...). Die Küsten-Ebenen sind heiß und trocken, und es regnet dort nie; die Gebirgskette in der Mitte ist kalt, und es regnet dort zu bestimmten Zeiten. Normalerweise liegt dort viel Schnee. Und in den Anden regnet es immer, und es ist sehr heiß; so dass es in den Bergen, die dazwischen liegen, zu bestimmten Zeiten regnet, während das eine der seitlichen Gebiete heiß und trocken, das andere sehr heiß und feucht ist - eine göttliche Vorsehung, dass dieses Land unter ein und demselben Himmel so vielfältig ist. (Vázquez de Espinosa, Compendio y Descripción de las Indias Occidentales, [1628])

Schon die frühen spanischen Chronisten, wie der Karmeliter-Missionar Vázquez de Espinosa, stellten fest, dass sich Peru geografisch in drei von Ost nach West verlaufende Streifen unterteilen lässt, nämlich:
1) das Meer und die 2250 km lange Pazifikküste,
2) die Gebirgsketten der Anden mit ihren tiefen Tälern,
3) die Dschungelgebiete, die Vázquez de Espinosa - wie zu seiner Zeit üblich - als «die Anden» bezeichnete. Die Dschungelgebiete, die flächenmäßig den größten Teil des Landes bilden, setzen sich aus den Ostabhängen der Anden und dem Amazonas-Tiefland zusammen.

Bedingt durch die großen Höhenunterschiede (-34 m bis 6757 Meter über dem Meeresspiegel), die Einflüsse zweier Meeresströmungen und die Distanz zum Äquator ist Perus Biodiversität äußerst vielfältig. Über 80% der Lebenszonen, die weltweit existieren, sind hier anzutreffen.
Der faszinierenden Diversität an Lebensräumen entspricht die Zusammensetzung der Bevölkerung: angefangen bei kleinen indigenen Gruppen des Regenwaldes, die in selbst gewählter Isolation leben, bis zu den Nachfahren der Inkas, der eingewanderten Spanier und Europäer, der (schwarzen) Sklaven und der asiatischen Arbeitsmigranten.


Als promovierter Historiker setze ich mich seit über drei Jahrzehnten reisend, lesend und schreibend mit dem Andenland auseinander. Bislang habe ich zwei kulturhistorische Reiseführer, ein dreibändiges Handbuch zur allgemeinen und ein Werk zur republikanischen Geschichte Perus veröffentlicht.
Mein neuestes Buch stellt sieben peruanische Persönlichkeiten aus den letzten 200 Jahren vor, die außergewöhnliche, merkwürdige Leben geführt haben. Es handelt sich um Schlüsselfiguren, die eine Periode mitgeprägt, die Grenzen gesprengt und die durch ihr Wirken die Gesellschaft stark polarisiert haben. Sie stehen exemplarisch für verschiedene Geisteshaltungen beziehungsweise zeittypische Phänomene wie Autoritarismus, Feminismus, Indigenismus und Korruption.